Netzwerk illegaler Online-Casinos zielt auf deutsche Spieler ab
Xander Meier · Aug 13, 2026

Netzwerk illegaler Online-Casinos zielt auf deutsche Spieler ab

Investigative Berichte von Bayerischer Rundfunk und Investigate Europe decken ein Netzwerk von etwa 120 nicht lizenzierten Online-Casinos auf, darunter Marken wie Wazamba und Rabona, die deutsche Nutzer mit Spielen wie Roulette ansprechen, während die Infrastruktur über die auf Zypern und Malta ansässige Firma Soft2Bet läuft und diese zwischen 2020 und 2024 mehr als 600 Millionen Euro aus solchen Aktivitäten erzielte.
Die Plattformen verzeichneten allein im Mai 2026 rund acht Millionen Besuche aus Deutschland, wobei aggressive Werbemaßnahmen, fehlende Schutzvorkehrungen für Spieler sowie Verbindungen zu Elementen der organisierten Kriminalität im Zentrum der Berichterstattung stehen, die auch Stellungnahmen deutscher Regulierungsbehörden und Suchtexperten hervorgerufen haben.
Die zentralen Ergebnisse der Recherche
Die gemeinsame Untersuchung zeigt, dass die genannten Casinos ohne die erforderlichen deutschen Glücksspiellizenzen operieren und dennoch systematisch Werbung in deutscher Sprache schalten, um Nutzer auf Seiten zu locken, die Roulette und ähnliche Spiele anbieten, während die technische Basis von Soft2Bet stammt, die ihren Sitz in Zypern und Malta hat und damit die Abwicklung der illegalen Angebote ermöglicht.
Zahlen aus der Berichterstattung belegen, dass die Einnahmen aus diesen Aktivitäten zwischen 2020 und 2024 die Marke von 600 Millionen Euro überschritten haben, und die Besucherstatistiken für Mai 2026 mit acht Millionen deutschen Zugriffen verdeutlichen das anhaltende Ausmaß der Reichweite auch noch im Jahr 2026.
Operative Strukturen und beteiligte Marken
Marken wie Wazamba und Rabona fungieren als Front-Ends für die Angebote, die über die Soft2Bet-Infrastruktur betrieben werden, wobei die Plattformen auf deutsche Spieler abzielen, ohne dass Spielerschutzmechanismen wie Altersverifikation oder Einzahlungslimits greifen, die bei regulierten Anbietern vorgeschrieben sind.
Die Ermittlungen weisen darauf hin, dass die Netzwerkstruktur etwa 120 solcher Casinos umfasst und Verbindungen zu organisierten Kriminalitätsstrukturen bestehen, die die Abwicklung und Vermarktung unterstützen, während die regulatorischen Lücken in der grenzüberschreitenden Online-Glücksspielbranche ausgenutzt werden.

Reaktionen von Regulierungsbehörden und Fachleuten
Deutsche Aufsichtsbehörden haben nach Bekanntwerden der Recherche Stellung bezogen und auf die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen sowie internationaler Kooperation hingewiesen, um den Betrieb solcher Plattformen einzudämmen, während Suchtexperten die Risiken für Spieler ohne Schutzmechanismen betonen und auf steigende Beratungszahlen in diesem Bereich verweisen.
Die Berichte, die über tagesschau.de zugänglich sind, beschreiben zudem, wie die aggressiven Marketingtaktiken Nutzer anlocken und gleichzeitig die fehlenden Verantwortlichkeiten der Betreiber verdeutlichen, die bis August 2026 weiterhin beobachtet werden.
Fazit
Die Enthüllungen von Bayerischer Rundfunk und Investigate Europe liefern konkrete Daten zu Umfang, Einnahmen und Besucherzahlen des illegalen Netzwerks, das über Soft2Bet betrieben wird, und zeigen die Herausforderungen auf, die sich für den Spielerschutz in Deutschland ergeben, wenn Plattformen wie Wazamba und Rabona ohne Lizenz agieren und dabei bis zu acht Millionen monatliche Besuche generieren.